Sieg nach drei Verlängerungen

Basketball Heren Männer Saison 2015/2016 ProB 20. Spieltag Giants Nördlingen - Uni Riesen Leipzig 113:105 (nach 3 Verlängerungen) Die giant ließen sich nicht unterkriegen und schafften es a Ende immer auszugleichen und sich in die Verlängerung zu retten. Erst nach drei Verlängerungen holten sie sich dann den Sieg, der jetzt denn dritten Tabellenplatz weiter festigt. - print -

Drei Verlängerungen waren nötig bis die Giants den Sieg gegen die uni Riesen Leipzig im Kasten hatten. Ein ähnliches Spiel gab es in der Saison 2007/2008 gegen Cuxhaven. Auch damals wurden 55 Minuten gespielt bis ein Sieger feststand. Foto: Jochen Aumann

Ungewohnt spät am Sonntagabend hatte Janek Schmidkunz Platz auf einem Stuhl in der Hermann-Keßler-Halle genommen. Er atmete ein paar Mal tief durch, der Schweiß lief ihm übers Gesicht, doch er grinste wie ein Spitzbub. „Wir sind platt, aber die Freude ist riesig“, sagte der Giants-Kapitän. Neben ihm stand ein mit Kerzen verzierter Schokoladenkuchen. Der Kuchen gehörte seinem Mitspieler Chris Reinhardt, der am Sonntag Geburtstag hatte. Zum Feiern hatten Schmidkunz. Reinhardt & Co. neben dem Geburtstag einen weiteren Grund: Im vorletzten Heimspiel vor den Playoffs gewannen die Giants Nördlingen in einem wahren Basketball-Krimi 113:105 gegen die Uni-Riesen aus Leipzig.
40 Minuten dauert ein Basketballspiel, das gilt eigentlich auch für die Mannschaften in der ProB. Die Nördlinger und Leipziger hatten offenbar Lust auf mehr, denn sie verlängerten das Spiel mal eben auf 55 Minuten. Das heißt: dreimal fünf Minuten Verlängerung. Zuletzt gab es das in der Saison 2007/2008 gegen Cuxhaven in der ProA. Es war überraschend, dass das Duell zwischen dem Dritten und den sechstplatzierten Uni-Riesen so lange ging, weil die Gäste mit nur sieben Spielern angereist waren. Doch diese sieben Akteure boten den Giants Paroli.
„Das war ein Krimi. Solche Spiele hat man nur ein paar Mal im Leben“, sagte Mario Matic, Trainer der Giants. „Wir wollten defensiv gut stehen, was wir bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht haben.“ Der Haken: In der Offensive ließen die Nördlinger die Entschlossenheit vermissen, um nach regulärer Spielzeit zu gewinnen. „Wir haben zu viele einfache Körbe vergeben.“
Zwar begannen die Giants souverän und führten bereits nach 4:20 Minuten mit 10:0 – sieben Punkte davon markierte Schmidkunz. Die Leipziger aber glichen binnen weniger Minuten zum 10:10 aus. Es warsymbolisch für den weiteren Spielverlauf. „Man sagt immer, dass Basketball ein Spiel der Läufe ist“, sagte Schmidkunz. „Wir haben Läufe gehabt, es aber leider nicht geschafft, die Läufe der Leipziger zu unterbinden. Sie haben immer gut geantwortet und kamen in einen Lauf, dann haben wir geantwortet.“
Die Zuschauer brachte es teilweise zum Verzweifeln, als bei den Nördlinger in der zweiten Halbzeit der Schlendrian eintrat. Neben einigen Fehlwürfen agierten die Giants im Passspiel plötzlich unkonzentriert. Kurz vor Spielschluss führten die Uni-Riesen 69:67, Leo Vrkas rettete die Gastgeber in die Verlängerung – den ersten Teil. In diesem sah es 5,3 Sekunden vor Schluss nach einem Heimsieg aus: 81:79. Nach dem fünften Foul von Reinhardt traf Sascha Leutloff aber beide Freiwürfe und verlängerte die Partie damit um weitere fünf Minuten. Doch damit nicht genug: Beim Stand von 96:94 für die Giants durfte Jonas Niedermanner kurz vor dem Ende an die Freiwurflinie. Er zeigte sich ebenfalls nervenstark.
Für Niedermanner und den starken Spielmacher Julian Scott war die Partie dann aber beendet. Den Giants haben die Foulbelastungen der Gäste „in die Karten gespielt“, wie es Matic beschrieb. Jordan Talbert, Brandon Lockhart, Schmidkunz und Moritz Trieb, der mit seinen 17 Jahren am Ende aufspielte wie ein abgezockter Routinier, sicherten letztlich den Sieg. „Wir wollten nach der knappen Niederlage in Leipzig unbedingt gewinnen“, sagte Matic. „Wir haben uns nicht nur revanchiert, wir haben es getoppt.“
Kapitän Schmidkunz bekräftigte, dass der Sieg das Team „tierisch antreibe“ und verbot allen, zu früh ins Bett zu gehen. „Es war so ein schöner Tag, den müssen wir genießen und ein, zwei Bierchen zusammen trinken.“ Der letzte Sieg nach drei Verlängerungen liegt übrigens fast zehn Jahre zurück – 2007/2008 gegen Cuxhaven. Der damalige Co-Trainer Philipp Moll war gestern als Zuschauer in der Halle. Damals wurden die Nördlinger überraschend Meister in der ProA. Nun stehen sie kurz vor einem denkwürdigen Saisonfinale in der ProB.          Marc Lamberger

Giants TSV 1861 Nördlingen: Jordan Talbert 18 Punkte (1 Dreier)/10 Rebounds, Florian Knie, Janek Schmidkunz 29 (6), Philipp Steinmeyer, Chris Reinhardt 4, Jan Petrovcic 13, Moritz Trieb 11, Brandon Lockhart 23 (2), Leo Vrkas 15 (2). – Fouls 22, Freiwürfe 22, davon 14 erfolgreich (64 Prozent). – Wurfquote aus dem Feld: Zweier 33/57 (58 Prozent, Dreier 11/32 (34 Prozent).
Beste Leipziger: Sascha Leutloff 28 Punkte (1 Dreier), Brandon Shingles 27 (2), Sascha Ahnsel 25 (3), Julian Scott 20 (1). – Fouls 22, Freiwürfe 30, davon 19 erfolgreich (63 Prozent). – Wurfquote aus dem Feld: Zweier 31/65 (48 %), Dreier 8/25 (32 %).

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