Niederlage verschmerzbar

Die Vorgaben für die Begegnung zwischen der TG Würzburg und den Giants TSV 1861 Nördlingen waren klar. Die Unterfranken mussten gewinnen, um noch eine Chance zu behalten, in die Playoffs zu rutschen. Den Giants hingegen genügt ein Sieg aus den letzten beiden Begegnungen der Hauptrunde, um Platz drei in der Tabelle zu verteidigen.
Die Unterfranken konnten dank eines spielfreien Wochenendes ihres großen Bruders, der s.Oliver Baskets, auf ihre Bestbesetzung zurückgreifen, während die Rieser neben ihrem langzeitverletzten Kapitän Fabian Brütting auch noch auf Kwame Duku verzichten mussten. Dass die Zeitnehmerin für die 24-Sekunden-Regel nach mehrmaligen Fehlern von den Schiedsrichtern ausgetauscht wurde und sich der Nördlinger Coach, nach allzu heftigen Protesten, ein technisches Foul einhandelte, passte zum Verlauf des gesamten Spiels. Die Mainstädter gewannen die Partie, die bis zur 38. Minute beim 69:64 noch keinen sicheren Sieger hatte, zu Recht. Sie kämpften mit Haken und Ösen, beherrschten den Kampf um die abgeprallten Bälle und steigerten ihre Trefferquote von Viertel zu Viertel. Insbesondere Max Ugrai (21 Punkte, 14 Rebounds), der US-Amerikaner Travis Smith (23 Punkte) und Konstantin Ebert (11) konnten nicht gestoppt werden.
Obwohl bei den Riesern mit Jordan Talbert, Janek Schmidkunz, Brandon Lockhart und Leo Vrkas zweistellige Punktewerte erzielten und Chris Reinhardt acht Zähler beisteuerte, reichte es nicht zum Sieg. Bälle, die eigentlich schon auf dem Weg in den Korb waren, sprangen wieder heraus und ließen die Wurfquote entscheidend absinken. Da die sonstigen Dreipunktespezialisten der Giants kein Wurfglück hatten, wurde versucht, die nötigen Zähler unter den Körben zu erzielen. Aber in diesem Bereich stand die körperlich weit überlegene, hart zupackende Abwehr der Einheimischen. Jordan Talbert und Brandon Lockhart mussten sich daher die meisten ihrer Zähler an der Freiwurflinie „verdienen“.
Nach fünfmaligem Führungswechsel hatten sich die Giants an die bissige Verteidigungsarbeit der Würzburger gewöhnt und sich durch Jordan Talbert und Moritz Trieb eine knappe 15:11-Führung erarbeitet. Auch die zweiten zehn Minuten konnten vor allem dank sieben von Chris Reinhardt erzielten Punkten mit 21:20 gewonnen werden, sodass die Rieser mit einer 35:30-Führung in die Halbzeitpause gehen konnten.

Nach dem Seitenwechsel legten die Einheimischen noch einen Zahn zu und erlaubten den Giants keine unbedrängten Würfe mehr. Zwischen der 24. und der 30. Minute mussten sich die Gäste an der Freiwurflinie beweisen und Würzburg konnte sich in Fünferschritten bis auf 51:44 absetzen. Die letzte Minute gehörte dann aber wieder Jordan Talbert, der mit sechs Punkten in Serie den 50:51-Anschluss schaffte.
Im Schlussdurchgang konnten sich die Unterfranken zwar leicht absetzen, kamen aber bis zur 38. Minute nicht über eine knappe Führung hinaus (69:64). Mario Matic, dem es egal ist, ob man bei einem Spiel mit einem oder mit 20 Punkten das Nachsehen hat – O-Ton des Trainers: „Verloren ist verloren“ – setzte nun alles auf eine Karte. Schnelle Abschlüsse sollten die Partie noch einmal drehen. Dies brachte aber nicht den gewünschten Erfolg, da die Würzburger Nördlinger Fehlwürfe in eigene Punkte ummünzen konnten und sich letztlich einen für sich enorm wichtigen 82:64-Sieg sichern konnte.

Giants Nördlingen: Talbert 14 Punkte (1 Dreier), Schmidkunz 11, Steinmeyer, Reinhardt 8 (1), Petrovcic 2, Trieb 2, Lockhart 14, Vrkas 13 (2). Leo Emmert / Fotos: Elmar Hiller (Würzburg)

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